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Ressourcen

Ressourcen sichtbar machen

 

Ressourcen werden oft als etwas verstanden, das man sich erarbeiten oder neu aufbauen muss. Tatsächlich sind viele davon bereits vorhanden. Was sich verändert, ist nicht ihre Existenz, sondern der Zugang zu ihnen. Unter Belastung oder in anspruchsvollen Lebensphasen wird dieser Zugang oft enger, Aufmerksamkeit richtet sich stärker auf das, was fehlt oder schwierig ist.

 

Aus wissenschaftlicher Sicht ist das gut erklärbar. Stress bindet mentale und körperliche Energie. Denken wird enger, Wahrnehmung selektiver, Handlungsspielräume erscheinen kleiner. In solchen Momenten geraten Fähigkeiten wie Vertrauen, Klarheit oder innere Stabilität leicht in den Hintergrund, auch wenn sie weiterhin Teil der eigenen Persönlichkeit sind.

 

Ressourcen sichtbar zu machen bedeutet deshalb nicht, etwas Neues zu schaffen. Es bedeutet, den Blick wieder auf das zu richten, was trägt, stärkt und Orientierung gibt. Auf Erfahrungen, Kompetenzen, Beziehungen und innere Haltungen, die bereits vorhanden sind, aber im Alltag leicht überdeckt werden.

 

Wenn Ressourcen wahrgenommen werden, verändert sich die innere Haltung. Entscheidungen werden klarer, der Umgang mit Herausforderungen ruhiger, der eigene Handlungsspielraum wird größer. Nicht durch Anstrengung, sondern durch Verbindung mit dem Eigenen.

 

Manchmal beginnt Entwicklung genau dort: nicht beim Streben nach mehr, sondern beim Wiederentdecken dessen, was bereits da ist.